Wer bist du

Die Wahrheit über meinen Krebs

Mitte Februar 2019 meldete ich mich für eine Untersuchung im Immunologisch Onkologischen Zentrum Köln (IOZK) an, um herauszufinden, welche Therapiemöglichkeiten, bei meinem Krebs zur Verfügung stehen, denn mir war klar, dass irgendetwas unternommen werden muss. Nur was?

Zuviele Therapiemöglichkeiten standen im Raum, der Nutzen war unklar und ich wollte nicht irgendetwas "ausprobieren" um dann festzustellen, dass ich nicht nur Zeit verloren, sondern meinem Körper auch noch Schaden zugefügt hatte.
Eine Sendung im ZDF, Plan B, zum Weltkrebstag informierte über diese und andere Möglichkeiten und ich wollte diese Chance ergreifen.
https://www.zdf.de/gesellschaft/plan-b/plan-b-gewonnene-jahre-100.html

Gemeinsam mit meinem Mann Klemens und meinem Hund Boje setzte ich mich in den Zug von Heide nach Köln und ging am 26.02.2019 in das IOZK, um mir Blut abnehmen zu lassen. Dr. Stücker erklärte mir, was dieser Test herausfinden will und welche Optionen es dann gibt.

Das Ergebnis kam nach 3 Wochen und es war nicht erfreulich, aber genau so, wie ich es erwartet hatte und mein Bauchgefühl mir in den letzten Jahren auch immer gesagt hatte.

Mein Krebs ist zwar ein "einfacher" HR+ Kebs, ABER, um es menschlich auszudrücken, ist er nicht nur stur, er führt auch noch ein Eigenleben, denn er reagiert auf einige Medikamte nur zu 30% und auf alle anderen gar nicht.

Das was jetzt noch Sinn machen würde, was mir LEBENSZEIT und eventuell auch Linderung schenken würde, wäre eine Therapie im IOZK.

Dort hat man eine Immuntherapie entwickelt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nur auf Einzelantrag gezahlt wird.

Diesen Antrag habe ich bereits gestellt, aber ich muss damit rechnen, dass sich das ganze Procedere nicht nur 5 Wochen hinzieht.

Zunächst wird der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) als Gutachter hinzugezogen und es ist damit zu rechnen, dass dieser "Gutachter", der kein Onkologe sein muss, sondern auch Augenarzt sein darf, zu dem Ergebnis kommt, dass die Krankenkasse diese Therapie nicht bezahlen sollte, da ich "die zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten nicht ausgeschöpft habe".

Das bedeutet im Klartext: Liebe Christine, auch wenn der Test in der Petrischale ergeben hat, dass deine Krebszellen NICHT auf diese oder jene Therapie reagieren, das muss uns dein Körper schon im realen Leben beweisen.

Damit wird der Antrag von der KK abgelehnt.

Der nächste Schritt ist, dass ich in den Widerspruch gehen muss, die Bearbeitung eines Widerspruchs ist an keine Bearbeitungszeit gebunden, so dass Monate ins Land ziehen können.

Nach 3 Monaten kann man erstmalig Untätigkeitsklage beim Sozialgericht einreichen und versuchen das Verfahren in Gang zu bringen, wenn die Krankenkasse dann erneut ablehnt, kann man das Ganze noch an den Widerspruchsausschuss der KK reichen, der üblicherweise 1-4x im Jahr tagt.
Alternativ muss man dann Klage beim Sozialgericht einreichen, die schon seit Jahren chronisch überlastet sind.

Die Eröffnung eines Verfahrens kann auch mal 3 Jahre dauern.

Diese Zeit habe ich definitv nicht, denn je später ich mit der Immuntherapie beginne, desto zerstörter ist mein Körper.
Vermutlich sind bis dahin die Metastasen nicht mehr nur in den Knochen, sondern auch in den Organen und dabei könnte die personalisierte IOZK-Immuntherapie gezielt den Tumor bekämpfen, "ohne gesunde Zellen zu zerstören.

Das Immunsystem erkennt mithilfe des Impfstoffs IO-VAC® die Tumorzellen und geht aus eigener Kraft gegen sie vor. Diese Methode, die auf die körpereigene Abwehr setzt und lediglich Tumorzellen angreift, ist daher nahezu frei von Nebenwirkungen".

Die Erstbehandlung dauert in der Regel fünf Wochen.
Grundsätzlich kann die IOZK-Therapie jederzeit im Krankheitsverlauf begonnen werden.
Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt jedoch möglichst zeitnah nach einer vollständigen Entfernung des Tumors.

Das IOZK-Team untersucht fortlaufend den Patienten und dessen Immunfunktionen. Je nach Zustand des Patienten und Verlauf der Therapie kommen weitere immunologische Behandlungen und unter Umständen zusätzliche Therapien zur Anwendung."

Die Kosten für die ersten beiden Behandlungszyklen inklusive Diagnostik, Herstellung von IO-VAC® und Therapie belaufen sich auf ca. 55.000 Euro.
Je nach Vertragsbedingungen werden die Kosten von manchen Privaten Krankenversicherungen oder Berufsgenossenschaften übernommen.

Ich beziehe aufgrund der Krebserkrankung mittlerweile eine kleine Erwerbsminderungsrente und habe einen Grad der Behinderung (GdB) von 100 mit Merkzeichen G, mein Mann ist aufgrund der Umstände im Augenblick arbeitsunfähig. Einen Kredit zu bekommen ist also schier aussichtslos.